Archiv 2020

Echter Umweltschutz vor Ort - NABU Springe pflegt Kopfweiden

Der Nabu Springe machte sich an einem Samstagmorgen im Februar mit 15 Naturschützern auf, um auf dem Hof der Familie Koch in Sedemünder Kopfweiden zu pflegen. Einige der 20 Kopfweiden hat der Grundstücks-eigentümer Herr  Koch bereits vor 50 Jahren gepflanzt. Regelmäßig müssen die Weiden in Abständen von ca. 5 Jahren geschneitelt werden, ansonsten besteht bei den wuchernden Bäumen die Gefahr, das die großen Äste auseinanderbrechen.

 

Die abgeschnittenen Äste wurden auf verschiedene Haufen aufgepackt, damit diese später durch ein Lohnunter-nehmen rationell verladen und abtransportiert werden können. Manchen Menschen sind die Äste der Weiden noch durch ihre wirtschaftliche Verwendung bekannt. Insbesondere bei der Flechtung von Weidenkörben und als Verbindungsmaterial mit Lehm als Baumaterial für Hauswände kamen sie zum Einsatz. Heute gibt es kaum noch eine wirtschaftliche Nutzung der Weiden.

 

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide - Fotos: NABU/M. Borgolte

 

 

Nach gut zwei Stunden wurde der Arbeitseinsatz mit Erfolg beendet. Zum Abschluss gab es traditionsgemäß Bratwurst vom Grill und kühle Getränke.  Nun können die Bäume im Frühjahr wieder austreiben und liefern dann im nächsten Jahr wieder Deckung und Nahrung für viele Insekten und Vogelarten.

 

Kätzchenweiden gehören zusammen mit stäubenden Haselbüschen, Schneeglöckchen und Winterlingen zu den allerersten Frühlingsboten. Das Pollenangebot der männlichen Weiden ist für die überwinternden Insekten von entscheidender Wichtigkeit. Auch Vögel - insbesondere Meisen - verzehren im zeitigen Frühjahr die vitamin- und eiweißhaltigen Kätzchen. Die Fruchtkapseln öffnen sich ab Ende Mai und entlassen Samen mit feinen Samen-haaren. Einige hundert Insektenarten (Blattläuse, Käfer, Blattwespen, Schmetterlinge...) leben von Weiden. Neben der Honigbiene sind über 30 verschiedene, meist pollensammelnde Wildbienenarten auf einer Weide nachgewiesen. Aus diesem Grunde pflegt der NABU Springe über 100 Weiden und versucht so, das Verschwinden der Insekten aufzuhalten.

 


NABU schaltet zentrale Hotline

Im Frühjahr häufen sich jedes Jahr bei den Bürgern Fragen zu Natur und Garten, die dann vermehrt bei NABU Gruppen vor Ort, Naturschutzzentren und Regionalgeschäftsstellen des Vereins kontaktieren. Oftmals geht es um die gleichen Fragen, zum Beispiel zu Nistkästen, dem Gartenteich, Fledermäusen, Schmetterlingen, Wespennestern, zur Heckenpflanzung, Insektenhotels und Vogelfütterung. 

 

Ab sofort ist nun eine zentrale Hotline unter dem Motto "Ihr Draht zur Natur - das NABU-Gartentelefon" in Niedersachsen unter der Rufnummer 0511-911050 eingerichtet. Dort gibt es von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr eine kostenlose allgemeine Beratung in Naturschutzfragen.