Archiv 2020

Feuchtbiotop Gehlenbachwiese

Gemähte Fläche auf der Nasswiese
Gemähte Fläche auf der Nasswiese - Foto: NABU/M. Borgolte

Östlich des "Alten Gehlenbaches" hat der NABU Springe eine Teilfläche des umliegenden Grünlandes von der evangelischen Kirchengemeinde Eldagsen gepachtet und ausgezäunt. Dieses letzte Stück feuchte Senke stellt ein besonders geschütztes Biotop in Form einer sogenannten Nasswiese dar.

 

In nassen „Jahren“ ist die wasserführende Senke ein zeitweises Laichgewässer für Amphibien. Danach stellen Röhrich, Binsen, Seggen und verschiedene Hochstauden einen Lebensraum für viele Insekten und Vögel (Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Rohrammer) dar. Eine Seltenheit in der umliegenden ausgeräumten Kulturlandschaft!

 

Um einer Ruderalisierung vorzubeugen müssen diese Flächen regelmäßig gepflegt werden, denn die alten Stauden (Kohldistel, Brennnessel und Schilfrohr) haben sich zu einem dichten Filz entwickelt. Aus diesem Grunde wurde die Fläche von einem ortsansässigen Landwirt abgemäht und das Mähgut wurde mit der Hand zusammengeharkt und als Rottehaufen aufgeschichtet. So kann sich im Frühjahr die Vegetation wieder frei entwickeln.

 

Solch ein Biotop muss regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Zukünftig soll nach der Brutzeit die Fläche zur Beweidung geöffnet und danach abgemäht werden.  Der Nabu Springe fordert seit Jahren von der unteren Naturschutz- und Wasserbehörde, dass durch eine gerechte Wasseraufteilung und Durchlässigkeit am Verteilerbauwerk unterhalb der Holzmühle zwischen dem „Alten“ und den „Neuen Gehlenbach“ der weitgehend naturnahe „Alte Gehlenbach“ als Wasserspender für die Nasswiese erhalten und optimiert wird. Die Forderungen entsprechen den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

 

Wiese am Alten Gehlenbach
Weide am Alten Gehlenbach - Foto: NABU/M. Borgolte
Weide am Alten Gehlenbach 2
Weide am Alten Gehlenbach 2 - Foto: NABU/M. Borgolte

Arbeitseinsatz Streuobstwiese Domäne Dahle

Junger Apfelbaum mit Schutz aus Holzlatten auf einer Wiese
Nachpflanzung eines Apfelbaums - Foto: NABU/M. Borgolte

2013 hat der NABU Springe zwischen den alten und absterbenden Obstbäumen auf der Streuobstwiese der Domäne in Dahle 19 Obstbäume zur Verjüngung eingepflanzt. Die Anpflanzung wurde damals durch die Region Hannover gefördert. Einige dieser Neuanpflanzungen wurden durch die grasenden Rinder umgeknickt oder sind eingegangen. Im Dezember pflanzten wir einen „Celler Dickstiel“ (Alte Apfelsorte) nach. Jetzt stehen noch 14 Neuanpflan-zungen zwischen dem Altbestand auf der Fläche.

 

Die Rinder haben die Angewohnheit sich kräftig an den Baumschutz zu „Schrubbern“. Darum mussten etliche Pfähle ersetzt und neu mit Stacheldraht gesichert werden. Der Schutz muss noch einige Jahre halten, bis die Bäume kräftig genug sind, um den Rindern ausreichend Widerstand entgegen bringen zu können.

 

Die ökologische Bedeutung der Streuobstwiese ist als hoch zu bewerten. Im Herbst dieses Jahres konnten bei der Kontrolle der über 20 aufgehängten Nistkästen eine 100 % Belegung und viele bis zu zwei erfolgreiche Bruten festgestellt werden.

 

Blick über die Streuobstwiese
Blick über die Streuobstwiese - Foto: NABU/M. Borgolte

Lindenpflanzung in Völksen

Gepflanzte Bäume mitten auf einer kleinen Lichtung
Ergebnis der Pflanzaktion - Foto: NABU/M. Borgolte

Der NABU Springe hat im Zuge der Veranstaltung Stadtradeln zwei Winterlinden mit Pflanzzubehör gespendet bekommen. Diese über 6 Meter großen Bäume mit einem Stammumfang von 25 cm wurden am 12. Dezember auf dem NABU Grundstück „Raschen Bleeken“ in der Gemarkung Völksen einge-pflanzt.

 

Mit der Pflanzung dieser Winter-linden werden wir das Blüten-angebot für unsere Insekten im Spätsommer etwas verbessern.

 

Der Nabu Springe hat das 10.500 m² große Grundstück im Jahre 2010 gekauft. Das Gebiet soll sich selbst entwickeln, wir werden regelmäßig nur die Bäume und Sträucher an den Grundstücksgrenzen zurückschneiden.

  

Problematisch auf einem Teil dieses Grundstückes ist der „Japanknöterich“. Jahrelang haben wir vergeblich versucht, mit einer Folienabdeckung die Ausbreitung dieser invasiven Pflanzen zu verhindern. Im Frühjahr wurden die Folien entfernt und der Knöterich mehrfach abgeschnitten. Mit dem Einbringen von 20 Stück Weidenstecklingen und der zwei gespendeten Linden wollen wir nun versuchen, durch die Beschattung der Bäume und regelmäßiges Mähen den Knöterich in den nächsten Jahren in „Griff“ zubekommen.

Von 1969 bis 1980 wurde das Gelände als Lehrrevier für den Jägerlehrhof Springe genutzt. Der Bewuchs bestand aus überalterten Korbweiden, weiche jahrelang nicht mehr genutzt wurden. Als Biotopverbesserungsmaßnahme wurden damals durch den Jägerlehrhof Fichten angepflanzt. Bei Führungen von Jägergruppen, insbesondere Jagdscheinanwärtern wurden diese Hegemaßnahmen vorgestellt.

 

Der NABU Springe e.V. bedankt sich bei den Spenderteams:

  1. Bergdorfraketen aus Lüdersen, Ansprechpartnerin Frau Hagedorn, und
  2. AEG (Albert-Einstein-Gymnasium) aus Hameln, Ansprechpartner Herr Küster

Die Preise wurden freundlicherweise vom Klimaschutzmanagement der Stadt Springe und den Stadtwerken Springe bereitgestellt.

 

Aufgrund von Corona-Auflagen konnten wir die Pflanzung nicht gemeinsam mit den zahlreichen Spendern durchführen. Wir werden den Termin im Frühjahr 2021 nachholen, wenn dies möglich wird.

Helfer ziehen eine Linde in Transportverpackung über die Erde
Schwere Arbeit, die 180 kg schweren Bäume über den Wassergraben auf das Gelände zu befördern - Foto: NABU/M. Borgolte

Streuobstwiese Mühlenbrink

Wie auf der Nahaufnahme zu sehen ist, haben die „Wühlmäuse“ auf unserer Streuobstwiese am Mühlenbrink ganze Arbeit geleistet.

 

Unter dem Begriff Wühlmäuse werden übrigens alle unterirdisch aktiven Mäuse zusammengefasst, darunter Schermäuse (Arvicola) und hier speziell die Ostschermaus (Arvicola terrestris) und der Bisam (Ondatra zibethicus). Weiterhin zählen zu den Wühlmäusen die Rötelmaus (Myodes glareolus), die Feldmaus (Microtus arvalis) und die Erdmaus (Microtus agrestis).

 

Wühlmäuse sind gekennzeichnet durch einen gedrungenen Kopf, stumpfere Schnauzen, kleinere Augen und Ohren und durch kürzere Extremitäten und Schwänze. Wühlmäuse haben eine hohe Vermehrungsrate und sie spielen eine wichtige ökologische Rolle in der Nahrungskette als Hauptnahrung von Greifvögeln, Wieseln, Mardern und Katzen. Maulwürfe schädigen dagegen nicht unsere Obstbäume. Im Gegenteil, sie jagen unterirdisch lebende Insekten, deren Larven wie zum Beispiel Drahtwürmer und Engerlinge die Wurzeln der Obstbäume schädigen können. Sie fressen auch Regenwürmer und Wühlmausbrut.  

 

An diesem Apfelbaum der Sorte Ing Marie im achten Standjahr haben die Schermäuse alle Wurzeln bis auf das Holz fein säuberlich abgenagt, obwohl wir 2012 und 2013 alle 80 Obstbäume in ein verzinktes Drahtgeflecht eingepflanzt hatten. Zum Glück hat es nur einen kleinen Teil der Bäume getroffen, die übrigen machen einen vitalen Eindruck. Im Herbst konnte von einigen Bäumen schon kräftig geerntet werden.

 

Im November wurden vier neue Bäume nachgepflanzt, zwei Apfelbäume, eine Birne und eine Kirsche.

Obstbaum Pflanzung und Schutz - Fotos: NABU/M.Borgolte


Mauerseglerkästen am Museum in Springe

Mauersegler leben bei uns in Springe von Ende April bis in den August hinein. Sie suchen oft in rasanten, lärmenden Trupps in der Luft nach Insekten und kleinen am Faden schwebende Spinnen. Die schlanken, dunklen Vögel mit sichelförmigen Flügeln sind niemals sitzend oder stehend zu sehen.

 

Mauersegler nisten natürlicherweise in dunklen Hohlräumen, im Dachgesims, Mauerlöcher oder ähnliches. Aufgrund umfangreicher Sanierungs-maßnahmen an den Gebäuden fehlt ihnen immer häufiger die passende Nistgelegenheit. Der NABU Springe hat deshalb schon vor über 10 Jahren am Giebel des Museums Mauerseglerkästen montiert, die auch regelmäßig von den Vögeln angenommen werden.

  

Nun haben wir die Nisthilfen nach Plastikresten, Schnüren, Eiern oder toten Vögeln kontrolliert. Dies war gar nicht so einfach in Anbetracht der Gebäudehöhe! Mittels einer Hebebühne, die von der Stadt Springe organisiert wurde, konnten die Nester kontrolliert werden. In den sieben Nestern ist kaum Nistmaterial aufgefunden worden. Die Naturnester sind recht spartanisch aufgebaut. Mauersegler sammeln ausschließlich Material, dass ihnen in der Luft zugetragen wird und verkleben dies mit Speichel zu kleinen harten Nestern, die jahrelang benutzt werden.

 

Ganz herzlich bedanken wir uns für die Organisation und Hilfe bei der Stadt Springe.


Bei Herrn Mühlberg in Altenhagen sind Schleiereulen willkommen

Wanddurchbruch durch den Lehm
Wanddurchbruch durch den Lehm - Foto: NABU/M.Borgole

Jetzt stemmen die vom NABU noch Löcher in die Wände! Was hier zwei Akteure mit roher Gewalt herstellen, ist ein Durchbruch in einer Scheunenwand, um Schleiereulen einen Zugang zum neugeschaf-fenen Nistkasten und ins Scheuneninnere zu ermöglichen.

 

Die Schleiereule ist etwas kleiner als der Waldkauz. Durch ihren weißlichen, herzförmigen, scharf begrenzten Gesichtsschleier ist sie unverwechselbar. Schleiereulen nutzen als Kulturfolger gerne Kirchtürme und Scheunen als Tageseinstand und Brutplatz. Früher hatte jedes Dorf „sein“ Schleiereulenpaar. Heute steht diese in der „Roten Liste“ der gefährdeten Brutvogelarten.

 

Die Nahrung der Schleiereulen besteht fast nur aus Mäusen. Drei bis fünf Mäuse werden täglich in der Nähe des Brutplatzes auf Wiesen, Brachen, Gärten und in den Scheunen erbeutet.  Leider hat sich die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten massiv gewandelt. Wiesen wurden in Äcker verwandelt, Brachen verschwanden und die Scheunen, in denen Getreide, Heu und Stroh gelagert wird findet man heute auch nicht mehr vor. Viele Gärten sind zudem in Schotterwüsten verwandelt worden. Auch durch den zunehmenden Verkehr entstehen hohe Verluste, viele Eulen kollidieren mit Autos, Stromleitungen oder der Eisenbahn. Zudem fallen Eulen dem hohen Pestizideinsatz zum Opfer.

 

Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen und den verbleibenden Schleiereulen zu helfen, hat der NABU Springe schon seit 1980 über 25 Schleiereulennistkästen im Stadtgebiet aufgehängt. Die Kästen werden jährlich auf Bruterfolg kontrolliert und wenn nötig gereinigt. 2019 wurden in den Nistkästen 2 Schleiereulenbruten und eine Turmfalkenbrut erfolgreich abgeschlossen. In zwei weiteren Kästen wurden nur noch die verlassenen Gelege von Schleiereulen und Turmfalken festgestellt.

 

Hier, bei Herrn Jens Mühlberg in Altenhagen könnte es mit den Schleiereulen klappen: In der Nähe sind noch ausreichend Wiesen vorhanden, und in der Scheune besteht für die Eulen auch die Möglichkeit die eine oder andere Maus zu erjagen.

 

Gruppenbild zwischen Heuballen
J. Basler und M. Borgolte in der Scheune - Foto: NABU/M. Borgolte

 

Mehr zum Thema Schleiereule: Auf der Themenseite des NABU Niedersachsen


Flächennutzungsplan mit Konzentrationsflächen für Windkraft in Springe

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Springe hat in seiner Sitzung am 29.09.2020 beschlossen, den Entwurf der 24. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie den Entwurf der dazugehörenden Begründung mit Umweltbericht öffentlich auszulegen.

 

Ziel und Zweck der Änderung des Flächennutzungsplanes ist die Überarbeitung der Darstellungen hinsichtlich der Konzentrationsflächen für Windkraftnutzung. Dieser Link führt zu den im Internet veröffentlichten Informationen zur Angelegenheit auf der Stadtseite. Der Geltungsbereich der 24. Änderung des Flächennutzungsplanes umfasst das gesamte Gemeindegebiet der Stadt Springe.

 

Zwischen dem 09.11. und 21.12.2020 liegen die Stellungnahmen verschiedener Behörden und Organisationen, darunter auch die des NABU Springe e.V., öffentlich aus. Die Unterlagen können im Dienstgebäude der Stadt Springe, Zur Salzlaube 9, eingesehen werden. Die Zeiten sind Montags bis Donnerstags von 8 bis 16 Uhr und Freitags von 8 bis 12 Uhr.

 

Unsere Stellungnahme können Sie hier direkt als PDF herunterladen, hier geht es zur Seite der Stadt.

 

Download
Bekanntmachung
... der Öffentlichkeitsbeteiligung zur 24. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Springe
24_ae_fplan_oeffentlichkeitsbeteiligung.
Adobe Acrobat Dokument 185.6 KB
Download
Stellungnahme NABU Springe
Springe_24_ae_FPlan_Stellungnahme_NABU.p
Adobe Acrobat Dokument 827.0 KB


Wildtier gefunden - was tun mit einem Findling?

Immer wird der NABU um Hilfe gebeten, wenn hilflose Tiere aufgefunden werden. In den Sommermonaten werden oft Fledermäuse oder Jungvögel gemeldet. Dass Wildtiere verletzt oder verwaist gefunden werden, kann unterschiedliche Gründe haben.

 

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Stürme, die Eichhörnchenkobel von den Bäumen fegen
  • Baumfällarbeiten, die Kinderstuben von Fledermäusen zerstören
  • Beim Heckenschneiden fallen Vogelnester den Scheren zum Opfer
  • Dacharbeiten reißen Marder- oder Schlafmausfamilien auseinander
  • Bei Verkehrsunfällen verunglücken Elterntiere und die Jungen bleiben allein zurück
  • Kidnapping durch Katzen, die Jungtiere verschleppen und mit nach Hause bringen

Bei Wildtieren muss zwischen „jagdbarem Wild" und solchen Tieren unterschieden werden, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, wie z.B. Eichhörnchen, Siebenschläfer oder Bisam. Wer ein dem Jagdrecht unterliegendes Tier (Greifvögel, Hasen, Rehe, Füchse und andere) an sich nimmt, begeht nach dem Recht Jagdwilderei. Bei verendeten Wildtieren hat der Jagdpächter ein Aneignungsrecht, jedoch keine Aneignungspflicht. Daher sind Jagdpächter auch nicht zur Beseitigung toten Wildes verpflichtet, auch wenn sie diese Arbeit regelmäßig freiwillig durchführen.

 

Grundsätzlich gilt, dass Tiere der besonders geschützten Arten (dazu zählen z.B. alle heimischen europäischen Vogelarten und die meisten nicht jagdbaren Säugetiere) weder lebend noch tot der heimischen Natur entnommen werden dürfen. Abweichend von diesem Naturentnahmeverbot kann nach § 43 Abs. 6 Bundesnaturschutzgesetz unter Beachtung jagdrechtlicher Vorschriften jedermann verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen.

 

 

Wachtel in einem Kleintierkäfig auf Laub
Wildtier-Findling in Springe: Wachtel ohne Stoßgefieder - Foto: NABU/M. Borgolte

Jeder der Tiere aufnimmt, ist auch für die Pflege verantwortlich! Nach der Genesung sind sie unverzüglich in die Freiheit zu entlassen. Es empfiehlt sich, dass in allen Fällen von verletzten oder toten Tieren nicht nur auf Straßen/Fahrbahnen, sondern auch außerhalb des öffentlichen Verkehrsraums in Wald und Flur, stets die Polizei als Ansprechpartner herbeigerufen werden sollte.  Diese kann den jeweiligen Revierpächter oder eine von ihm benannte Person benachrichtigen.

 

Nicht immer ist ein scheinbar hilfloses Wildtier, das gefunden wurde, tatsächlich verwaist oder verletzt. Bevor Sie das Wildtier mitnehmen, sollten Sie prüfen, ob es tatsächlich Ihre Hilfe benötigt. Beobachten Sie dazu das Wildtier in angemessenem Abstand. Bleiben Sie nicht zu lange in unmittelbarer Nähe des Findlings. So laufen Sie Gefahr, die Elterntiere, die sich noch in der Nähe befinden könnten, zu verschrecken. Greifen Sie erst ein, wenn Sie ganz sicher sind, dass der Wildtier-Findling nicht versorgt wird, oder ein Notfall vorliegt.

 

Sollte das Tier Ihre Hilfe benötigen, dann gewährleisten Sie eine Erstversorgung und bringen das Wildtier dann in die nächstgelegene Wildtierauffangstation, bei uns in der Region zum Beispiel die Wildtier- und Artenschutzstation Hohe Warte 1 in 31553 Sachsenhagen, Tel. 05725-70 87 30. Dort sind seine Überlebenschancen am besten.

 

Wir haben für die häufigsten Tierarten bzw. Fälle eine Kontaktliste zusammengestellt.

 

 

Download
Meldeadressen Wildtierfund 2020
Meldeadressen Wildtierfund 2020.pdf
Adobe Acrobat Dokument 101.9 KB

Der NABU Springe fördert die Hornissen

Sieben Stiche töten ein Pferd… und drei Stiche einen Menschen. Unter diesem Mythos haben Hornissen (lat. Vespa crabro) zu leiden. Da kann man nur hoffen, dass Hornissen nicht zählen können.

 

Ein Hornissenstich ist schmerzhafter, aber nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Ein Mensch müsste mehrere hundert Male von einer Hornisse gestochen werden, um wirklich an dem Gift zu sterben. Lebensgefährlich kann es, wie bei vielen Insektenstichen, bei Allergikern oder bei Stichen im Mund- und Rachenraum werden.

Die Brummer haben trotzdem einen schlechten Ruf, mit ca. 3 cm sind sie die größten Hautflügler und machen einen gefährlichen Eindruck.

 

Sie sind weit weniger aggressiv als etwa die beiden häufigen Wespenarten (Deutsche und Gemeine Wespe). Jagende oder sammelnde Hornissen stechen nur, wenn sie gequetscht werden. Sonst versuchen sie zu fliehen.

Erfahrungen zeigen, dass der Mensch gut mit einem Hornissennest leben kann, sofern ein Sicherheitsabstand von etwa 5 m eingehalten wird. Hornissen nisten vorzugsweise oberirdisch an dunklen Orten, z.B. in hohen Bäumen.

Die Nestgründung erfolgt ab Mai allein durch ein überwinterndes Weibchen. Das Baumaterial wird an morsches Holz gesammelt. Als Nahrung für die Brut werden von den Arbeiterinnen vorwiegend Fliegen, oft auch Wespen oder Honigbienen erbeutet. Das Jagdgebiet umfasst einen Radius von ca. 1 Km. 

 

Im Spätsommer ernähren sich Hornissen gern an gärendem Fallobst. Niemals aber verirren sich die Hornissen am Kuchenbüffet, so dass sie im Gegensatz zu den beiden häufigen Wespenarten nicht lästig in Erscheinung treten.     

 

Im September / Oktober geht das Volk zugrunde. Die begatteten Jungköniginnen überwintern in morschem Holz oder im Erdreich und werden im nächsten Frühjahr einen neuen Hornissenstaat gründen. Das alte Nest wird nicht wieder bezogen!

 

Die Hornisse ist in Deutschland, nach der Bundesartenschutzverordnung, besonders geschützt. Trotzdem gilt der Hornissenbestand als selten und rückläufig. Darum hat der NABU Springe im siedlungsfernen Bereich einige künstliche Nisthilfen angebracht, deren Kontrolle und Pflege auf den untenstehenden Fotos zu sehen ist. Das ist der gelebte, aktive Naturschutz des NABU.

 

Hornissenkastenkontrolle - Foto: NABU/M.Borgolte


Die Trockenmauer - Lebensraum für Hungerblümchen, Insekten und Reptilien

Trockenmauer hüfthoch, dahinter eine Reihe von Helfern
Gruppenbild an der Trockenmauer - Fotos: NABU/M. Borgolte

Der NABU Springe hat an der Streuobstwiese in Alvesrode eine neue Trockenmauer angelegt.

 

Auf ein 20 cm starkes Schotterfundament wurden die Natursteine in leichter Neigung aufgeschichtet. Ein Gemisch aus dem vorhandenen Boden und Sand dient dabei als Ausgleich zwischen den Steinen.

 

An dem sonnigen Standort soll nun ein Lebensraum für Mauerpfeffer, Zimpelkraut, Rupprechtskraut und Steinbrechgewächse entstehen.

 

Die Fugen zwischen den Steinen dienen verschiedenen Insektenarten als Tages- und Nachtverstecke. So können sich Solitärbienen, insbesondere Pelz-, Furchen- und Maurerbienen, Steinhummeln und Grabwespen einfinden. Mit etwas Glück siedeln sich vielleicht auch die Zaun- oder Mauereidechsen an. 

 

Die verwendeten Kalksteine (mehrere Zentner) wurden von unserem Mitglied Herrn Jörg Schneider gespendet und angeliefert. Dafür nochmals herzlichen Dank.

 

Im Bild v.l.n.r.: Konrad Borgolte, Andreas Quiring, Michael Jung, Jürgen Basler, Michael Borgolte

Verteilt liegende Steine, die zu einer Mauer aufgeschichtet werden
Anlegen der Trockenmauer- Fotos: NABU/M. Borgolte
Nahaufnahme der ersten Steinreihe, zwei Männer platzieren die Steine mit den Händen
Anlegen der Trockenmauer- Fotos: NABU/M. Borgolte

Auszeichnungen für schwalbenfreundliche Häuser

Hier sind Schwalben willkommen!

 

Wir freuen uns sehr, wieder einmal drei Auszeichnungen für besonders schwalbenfreundliche Häuser vergeben zu können. Dieses Mal erhielten im August Plaketten und Urkunden:

 

  • Frau A. Henkels vom Rittergut Bockerode mit derzeit 19 Rauchschwalbennestern im Pferdestall. 
  • Herr Mühlberg in Altenhagen mit derzeit ca. 30 Paar Rauchschwalben im Pferdestall. 
  • Frau Grube in Alvesrode mit 15 Rauchschwalben-nestern in den Pferdeställen.
Frau Henkels hält lächelnd Plakette und Urkunde in die Kamera
Fr. A. Henkels bei der Übergabe - Foto: NABU/M. Borgolte
Familie Grube steht vor einem Holztor und hält lächelnd Plakette und Urkunde in die Kamera
Fam. Grube bei der Übergabe - Foto: NABU/M. Borgolte


Nisthilfenbau in der Förderschule Bennigsen

Glück gehabt: Bevor bekannt wurde, dass „Corona“ auch die Schulen schließt, haben Schulkinder der Grundschule , sowie der Peter-Härtling-Schule Bennigsen mit dem NABU Springe Nisthilfen gebaut. Im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit beider Schulen hat dies bereits Tradition, denn schon seit 2014 findet das NABU-Angebot auch in Bennigsen immer wieder großen Anklang. Auch in diesem Winter wurde an zwei Terminen im Werkraum der Förderschule begeistert gehämmert, gebohrt und geklebt.

 

Unter der Aufsicht ihrer Lehrerinnen Frau Kastning und Frau Glaubitz und der fachlichen Unterstützung von fünf Helfern hatten die Schulkinder in einer guten Stunde sowohl Nistkästen für die heimische Vogelwelt, als auch die kleinen Insektenhotels für Wildbienen und Co. fertiggestellt.

 

Um Waschbären von der Ausraubung der Nistkästen abzuhalten, wurde das Dach soweit verlängert, dass ein Zugriff durch das darunter liegende Flugloch zur Vogelbrut für Nesträuber unmöglich wird. Bei den Insektenhotels wurde sorgfälig darauf geachtet, dass Durchmesser und Tiefe der Bohrlöcher variieren, um den unterschiedlichen Arten(Größen) der Individuen gerecht zu werden. Schließlich waren  die kleinen Einfluglöcher zu glätten, damit sich die „zart besaiteten“ Hautflügler nicht verletzen.

 

Zum Schluss gab es fachliche Tipps zum richtigen Einsatz der fertig gestellten Nisthilfen, also Standortwahl, Beobachtungsmöglichkeiten , welche Arten werden erwartet usw. Mit berechtigtem Stolz gingen die „Nisthilfenbauer“ mit ihren Ergebnissen nach Hause.

Das Team der Nistkastenbauer mit den vorzeigbaren Nisthilfen

Vordere Reihe: Schüler/-innen der GS Bennigsen und Förderschule - Fotos: NABU


Veränderungen im Vorstand

Gruppenbild des neuen Vorstands im Sitzungssaal des Museums
Vorstand v.l.n.r: R. Schlichting, G. Wall, M. Borgolte, I. Adler

Der NABU Springe e.V. nimmt mit Bedauern den Rücktritt der bisherigen Vorsitzenden Rita Nickel zur Kenntnis und dankt ihr für ihren Einsatz in ihrer Zeit als Vorsitzende des Vereins. 

 

Das Amt des 1. Vorsitzenden des Nabu Springe wird Herr Günther Wall übernehmen, der bisher schon als Beiratsmitglied im Verein aktiv war.

Gruppenbild des neuen Vorstands der Stiftung im Sitzungssaal des Museums
Vorstand der Stiftung v.l.n.r. C. Albert, F. Bartels, R. Schlichting

Das Amt des 1. Vorsitzenden der NABU Stiftung übernimmt ab sofort Herr Friedrich Bartels, der ebenfalls schon im Beirat aktiv war. 

 

Wünschen wir den beiden viel Erfolg bei ihrer zukünftigen Tätigkeit!

 

Der Nabu Springe wird weiterhin seine Arbeit für den Naturschutz in Springe mit dem gewohnten Engagement fortsetzen.


Echter Umweltschutz vor Ort - NABU Springe pflegt Kopfweiden

Der Nabu Springe machte sich an einem Samstagmorgen im Februar mit 15 Naturschützern auf, um auf dem Hof der Familie Koch in Sedemünder Kopfweiden zu pflegen. Einige der 20 Kopfweiden hat der Grundstücks-eigentümer Herr  Koch bereits vor 50 Jahren gepflanzt. Regelmäßig müssen die Weiden in Abständen von ca. 5 Jahren geschneitelt werden, ansonsten besteht bei den wuchernden Bäumen die Gefahr, das die großen Äste auseinanderbrechen.

 

Die abgeschnittenen Äste wurden auf verschiedene Haufen aufgepackt, damit diese später durch ein Lohnunter-nehmen rationell verladen und abtransportiert werden können. Manchen Menschen sind die Äste der Weiden noch durch ihre wirtschaftliche Verwendung bekannt. Insbesondere bei der Flechtung von Weidenkörben und als Verbindungsmaterial mit Lehm als Baumaterial für Hauswände kamen sie zum Einsatz. Heute gibt es kaum noch eine wirtschaftliche Nutzung der Weiden.

 

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide - Fotos: NABU/M. Borgolte

 

 

Nach gut zwei Stunden wurde der Arbeitseinsatz mit Erfolg beendet. Zum Abschluss gab es traditionsgemäß Bratwurst vom Grill und kühle Getränke.  Nun können die Bäume im Frühjahr wieder austreiben und liefern dann im nächsten Jahr wieder Deckung und Nahrung für viele Insekten und Vogelarten.

 

Kätzchenweiden gehören zusammen mit stäubenden Haselbüschen, Schneeglöckchen und Winterlingen zu den allerersten Frühlingsboten. Das Pollenangebot der männlichen Weiden ist für die überwinternden Insekten von entscheidender Wichtigkeit. Auch Vögel - insbesondere Meisen - verzehren im zeitigen Frühjahr die vitamin- und eiweißhaltigen Kätzchen. Die Fruchtkapseln öffnen sich ab Ende Mai und entlassen Samen mit feinen Samen-haaren. Einige hundert Insektenarten (Blattläuse, Käfer, Blattwespen, Schmetterlinge...) leben von Weiden. Neben der Honigbiene sind über 30 verschiedene, meist pollensammelnde Wildbienenarten auf einer Weide nachgewiesen. Aus diesem Grunde pflegt der NABU Springe über 100 Weiden und versucht so, das Verschwinden der Insekten aufzuhalten.

 


NABU schaltet zentrale Hotline

Im Frühjahr häufen sich jedes Jahr bei den Bürgern Fragen zu Natur und Garten, die dann vermehrt bei NABU Gruppen vor Ort, Naturschutzzentren und Regionalgeschäftsstellen des Vereins kontaktieren. Oftmals geht es um die gleichen Fragen, zum Beispiel zu Nistkästen, dem Gartenteich, Fledermäusen, Schmetterlingen, Wespennestern, zur Heckenpflanzung, Insektenhotels und Vogelfütterung. 

 

Ab sofort ist nun eine zentrale Hotline unter dem Motto "Ihr Draht zur Natur - das NABU-Gartentelefon" in Niedersachsen unter der Rufnummer 0511-911050 eingerichtet. Dort gibt es von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr eine kostenlose allgemeine Beratung in Naturschutzfragen.