Lokalnachrichten

Der Naturschutzbund NABU als deutschlandweit organisierter Verein veröffentlicht umfangreiche Informationen zu bestimmten Schwerpunktthemen, sowie Nachrichten für verschiedene Interessensgruppen. An dieser Stelle wollen wir diese nicht wiederholen, sondern über die Themen, Aktivitäten und Neuigkeiten berichten, die uns in Springe bewegen und beschäftigen. Viel Spaß beim Stöbern!

 

Ältere Nachrichten wandern ins Archiv, über die Historie des NABU und unsere lokale Vereinsgeschichte können Sie sich an anderer Stelle informieren.

Flächennutzungsplan mit Konzentrationsflächen für Windkraft in Springe

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Springe hat in seiner Sitzung am 29.09.2020 beschlossen, den Entwurf der 24. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie den Entwurf der dazugehörenden Begründung mit Umweltbericht öffentlich auszulegen.

 

Ziel und Zweck der Änderung des Flächennutzungsplanes ist die Überarbeitung der Darstellungen hinsichtlich der Konzentrationsflächen für Windkraftnutzung. Dieser Link führt zu den im Internet veröffentlichten Informationen zur Angelegenheit auf der Stadtseite. Der Geltungsbereich der 24. Änderung des Flächennutzungsplanes umfasst das gesamte Gemeindegebiet der Stadt Springe.

 

Zwischen dem 09.11. und 21.12.2020 liegen die Stellungnahmen verschiedener Behörden und Organisationen, darunter auch die des NABU Springe e.V., öffentlich aus. Die Unterlagen können im Dienstgebäude der Stadt Springe, Zur Salzlaube 9, eingesehen werden. Die Zeiten sind Montags bis Donnerstags von 8 bis 16 Uhr und Freitags von 8 bis 12 Uhr.

 

Unsere Stellungnahme können Sie hier direkt als PDF herunterladen, hier geht es zur Seite der Stadt.

 

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Bekanntmachung
... der Öffentlichkeitsbeteiligung zur 24. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Springe
24_ae_fplan_oeffentlichkeitsbeteiligung.
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Stellungnahme NABU Springe
Springe_24_ae_FPlan_Stellungnahme_NABU.p
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Wildtier gefunden - was tun mit einem Findling?

Immer wird der NABU um Hilfe gebeten, wenn hilflose Tiere aufgefunden werden. In den Sommermonaten werden oft Fledermäuse oder Jungvögel gemeldet. Dass Wildtiere verletzt oder verwaist gefunden werden, kann unterschiedliche Gründe haben.

 

Die häufigsten Ursachen sind:

  • Stürme, die Eichhörnchenkobel von den Bäumen fegen
  • Baumfällarbeiten, die Kinderstuben von Fledermäusen zerstören
  • Beim Heckenschneiden fallen Vogelnester den Scheren zum Opfer
  • Dacharbeiten reißen Marder- oder Schlafmausfamilien auseinander
  • Bei Verkehrsunfällen verunglücken Elterntiere und die Jungen bleiben allein zurück
  • Kidnapping durch Katzen, die Jungtiere verschleppen und mit nach Hause bringen

Bei Wildtieren muss zwischen „jagdbarem Wild" und solchen Tieren unterschieden werden, die nicht dem Jagdrecht unterliegen, wie z.B. Eichhörnchen, Siebenschläfer oder Bisam. Wer ein dem Jagdrecht unterliegendes Tier (Greifvögel, Hasen, Rehe, Füchse und andere) an sich nimmt, begeht nach dem Recht Jagdwilderei. Bei verendeten Wildtieren hat der Jagdpächter ein Aneignungsrecht, jedoch keine Aneignungspflicht. Daher sind Jagdpächter auch nicht zur Beseitigung toten Wildes verpflichtet, auch wenn sie diese Arbeit regelmäßig freiwillig durchführen.

 

Grundsätzlich gilt, dass Tiere der besonders geschützten Arten (dazu zählen z.B. alle heimischen europäischen Vogelarten und die meisten nicht jagdbaren Säugetiere) weder lebend noch tot der heimischen Natur entnommen werden dürfen. Abweichend von diesem Naturentnahmeverbot kann nach § 43 Abs. 6 Bundesnaturschutzgesetz unter Beachtung jagdrechtlicher Vorschriften jedermann verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen.

 

 

Wachtel in einem Kleintierkäfig auf Laub
Wildtier-Findling in Springe: Wachtel ohne Stoßgefieder - Foto: NABU/M. Borgolte

Jeder der Tiere aufnimmt, ist auch für die Pflege verantwortlich! Nach der Genesung sind sie unverzüglich in die Freiheit zu entlassen. Es empfiehlt sich, dass in allen Fällen von verletzten oder toten Tieren nicht nur auf Straßen/Fahrbahnen, sondern auch außerhalb des öffentlichen Verkehrsraums in Wald und Flur, stets die Polizei als Ansprechpartner herbeigerufen werden sollte.  Diese kann den jeweiligen Revierpächter oder eine von ihm benannte Person benachrichtigen.

 

Nicht immer ist ein scheinbar hilfloses Wildtier, das gefunden wurde, tatsächlich verwaist oder verletzt. Bevor Sie das Wildtier mitnehmen, sollten Sie prüfen, ob es tatsächlich Ihre Hilfe benötigt. Beobachten Sie dazu das Wildtier in angemessenem Abstand. Bleiben Sie nicht zu lange in unmittelbarer Nähe des Findlings. So laufen Sie Gefahr, die Elterntiere, die sich noch in der Nähe befinden könnten, zu verschrecken. Greifen Sie erst ein, wenn Sie ganz sicher sind, dass der Wildtier-Findling nicht versorgt wird, oder ein Notfall vorliegt.

 

Sollte das Tier Ihre Hilfe benötigen, dann gewährleisten Sie eine Erstversorgung und bringen das Wildtier dann in die nächstgelegene Wildtierauffangstation, bei uns in der Region zum Beispiel die Wildtier- und Artenschutzstation Hohe Warte 1 in 31553 Sachsenhagen, Tel. 05725-70 87 30. Dort sind seine Überlebenschancen am besten.

 

Wir haben für die häufigsten Tierarten bzw. Fälle eine Kontaktliste zusammengestellt.

 

 

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Meldeadressen Wildtierfund 2020
Meldeadressen Wildtierfund 2020.pdf
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Der NABU Springe fördert die Hornissen

Sieben Stiche töten ein Pferd… und drei Stiche einen Menschen. Unter diesem Mythos haben Hornissen (lat. Vespa crabro) zu leiden. Da kann man nur hoffen, dass Hornissen nicht zählen können.

 

Ein Hornissenstich ist schmerzhafter, aber nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Ein Mensch müsste mehrere hundert Male von einer Hornisse gestochen werden, um wirklich an dem Gift zu sterben. Lebensgefährlich kann es, wie bei vielen Insektenstichen, bei Allergikern oder bei Stichen im Mund- und Rachenraum werden.

Die Brummer haben trotzdem einen schlechten Ruf, mit ca. 3 cm sind sie die größten Hautflügler und machen einen gefährlichen Eindruck.

 

Sie sind weit weniger aggressiv als etwa die beiden häufigen Wespenarten (Deutsche und Gemeine Wespe). Jagende oder sammelnde Hornissen stechen nur, wenn sie gequetscht werden. Sonst versuchen sie zu fliehen.

Erfahrungen zeigen, dass der Mensch gut mit einem Hornissennest leben kann, sofern ein Sicherheitsabstand von etwa 5 m eingehalten wird. Hornissen nisten vorzugsweise oberirdisch an dunklen Orten, z.B. in hohen Bäumen.

Die Nestgründung erfolgt ab Mai allein durch ein überwinterndes Weibchen. Das Baumaterial wird an morsches Holz gesammelt. Als Nahrung für die Brut werden von den Arbeiterinnen vorwiegend Fliegen, oft auch Wespen oder Honigbienen erbeutet. Das Jagdgebiet umfasst einen Radius von ca. 1 Km. 

 

Im Spätsommer ernähren sich Hornissen gern an gärendem Fallobst. Niemals aber verirren sich die Hornissen am Kuchenbüffet, so dass sie im Gegensatz zu den beiden häufigen Wespenarten nicht lästig in Erscheinung treten.     

 

Im September / Oktober geht das Volk zugrunde. Die begatteten Jungköniginnen überwintern in morschem Holz oder im Erdreich und werden im nächsten Frühjahr einen neuen Hornissenstaat gründen. Das alte Nest wird nicht wieder bezogen!

 

Die Hornisse ist in Deutschland, nach der Bundesartenschutzverordnung, besonders geschützt. Trotzdem gilt der Hornissenbestand als selten und rückläufig. Darum hat der NABU Springe im siedlungsfernen Bereich einige künstliche Nisthilfen angebracht, deren Kontrolle und Pflege auf den untenstehenden Fotos zu sehen ist. Das ist der gelebte, aktive Naturschutz des NABU.

 

Hornissenkastenkontrolle - Foto: NABU/M.Borgolte


Auszeichnungen für schwalbenfreundliche Häuser

Hier sind Schwalben willkommen!

 

Wir freuen uns sehr, wieder einmal drei Auszeichnungen für besonders schwalbenfreundliche Häuser vergeben zu können. Dieses Mal erhielten im August Plaketten und Urkunden:

 

  • Frau A. Henkels vom Rittergut Bockerode mit derzeit 19 Rauchschwalbennestern im Pferdestall. 
  • Herr Mühlberg in Altenhagen mit derzeit ca. 30 Paar Rauchschwalben im Pferdestall. 
  • Frau Grube in Alvesrode mit 15 Rauchschwalben-nestern in den Pferdeställen.
Frau Henkels hält lächelnd Plakette und Urkunde in die Kamera
Fr. A. Henkels bei der Übergabe - Foto: NABU/M. Borgolte
Familie Grube steht vor einem Holztor und hält lächelnd Plakette und Urkunde in die Kamera
Fam. Grube bei der Übergabe - Foto: NABU/M. Borgolte


Die Trockenmauer - Lebensraum für Hungerblümchen, Insekten und Reptilien

Trockenmauer hüfthoch, dahinter eine Reihe von Helfern
Gruppenbild an der Trockenmauer - Fotos: NABU/M. Borgolte

Der NABU Springe hat an der Streuobstwiese in Alvesrode eine neue Trockenmauer angelegt.

 

Auf ein 20 cm starkes Schotterfundament wurden die Natursteine in leichter Neigung aufgeschichtet. Ein Gemisch aus dem vorhandenen Boden und Sand dient dabei als Ausgleich zwischen den Steinen.

 

An dem sonnigen Standort soll nun ein Lebensraum für Mauerpfeffer, Zimpelkraut, Rupprechtskraut und Steinbrechgewächse entstehen.

 

Die Fugen zwischen den Steinen dienen verschiedenen Insektenarten als Tages und Nachtverstecke. So können sich Solitärbienen, insbesondere Pelz-, Furchen- und Maurerbienen, Steinhummeln und Grabwespen einfinden. Mit etwas Glück siedeln sich vielleicht auch die Zaun- oder Mauereidechsen an. 

 

Im Bild v.l.n.r.: Konrad Borgolte, Andreas Quiring, Michael Jung, Jürgen Basler, Michael Borgolte

Verteilt liegende Steine, die zu einer Mauer aufgeschichtet werden
Anlegen der Trockenmauer- Fotos: NABU/M. Borgolte
Nahaufnahme der ersten Steinreihe, zwei Männer platzieren die Steine mit den Händen
Anlegen der Trockenmauer- Fotos: NABU/M. Borgolte

Nisthilfenbau in der Förderschule Bennigsen

Glück gehabt: Bevor bekannt wurde, dass „Corona“ auch die Schulen schließt, haben Schulkinder der Grundschule , sowie der Peter-Härtling-Schule Bennigsen mit dem NABU Springe Nisthilfen gebaut. Im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit beider Schulen hat dies bereits Tradition, denn schon seit 2014 findet das NABU-Angebot auch in Bennigsen immer wieder großen Anklang. Auch in diesem Winter wurde an zwei Terminen im Werkraum der Förderschule begeistert gehämmert, gebohrt und geklebt.

 

Unter der Aufsicht ihrer Lehrerinnen Frau Kastning und Frau Glaubitz und der fachlichen Unterstützung von fünf Helfern hatten die Schulkinder in einer guten Stunde sowohl Nistkästen für die heimische Vogelwelt, als auch die kleinen Insektenhotels für Wildbienen und Co. fertiggestellt.

 

Um Waschbären von der Ausraubung der Nistkästen abzuhalten, wurde das Dach soweit verlängert, dass ein Zugriff durch das darunter liegende Flugloch zur Vogelbrut für Nesträuber unmöglich wird. Bei den Insektenhotels wurde sorgfälig darauf geachtet, dass Durchmesser und Tiefe der Bohrlöcher variieren, um den unterschiedlichen Arten(Größen) der Individuen gerecht zu werden. Schließlich waren  die kleinen Einfluglöcher zu glätten, damit sich die „zart besaiteten“ Hautflügler nicht verletzen.

 

Zum Schluss gab es fachliche Tipps zum richtigen Einsatz der fertig gestellten Nisthilfen, also Standortwahl, Beobachtungsmöglichkeiten , welche Arten werden erwartet usw. Mit berechtigtem Stolz gingen die „Nisthilfenbauer“ mit ihren Ergebnissen nach Hause.

Das Team der Nistkastenbauer mit den vorzeigbaren Nisthilfen

Vordere Reihe: Schüler/-innen der GS Bennigsen und Förderschule - Fotos: NABU


Veränderungen im Vorstand

Gruppenbild des neuen Vorstands im Sitzungssaal des Museums
Vorstand v.l.n.r: R. Schlichting, G. Wall, M. Borgolte, I. Adler

Der NABU Springe e.V. nimmt mit Bedauern den Rücktritt der bisherigen Vorsitzenden Rita Nickel zur Kenntnis und dankt ihr für ihren Einsatz in ihrer Zeit als Vorsitzende des Vereins. 

 

Das Amt des 1. Vorsitzenden des Nabu Springe wird Herr Günther Wall übernehmen, der bisher schon als Beiratsmitglied im Verein aktiv war.

Gruppenbild des neuen Vorstands der Stiftung im Sitzungssaal des Museums
Vorstand der Stiftung v.l.n.r. C. Albert, F. Bartels, R. Schlichting

Das Amt des 1. Vorsitzenden der NABU Stiftung übernimmt ab sofort Herr Friedrich Bartels, der ebenfalls schon im Beirat aktiv war. 

 

Wünschen wir den beiden viel Erfolg bei ihrer zukünftigen Tätigkeit!

 

Der Nabu Springe wird weiterhin seine Arbeit für den Naturschutz in Springe mit dem gewohnten Engagement fortsetzen.


Echter Umweltschutz vor Ort - NABU Springe pflegt Kopfweiden

Der Nabu Springe machte sich an einem Samstagmorgen im Februar mit 15 Naturschützern auf, um auf dem Hof der Familie Koch in Sedemünder Kopfweiden zu pflegen. Einige der 20 Kopfweiden hat der Grundstücks-eigentümer Herr  Koch bereits vor 50 Jahren gepflanzt. Regelmäßig müssen die Weiden in Abständen von ca. 5 Jahren geschneitelt werden, ansonsten besteht bei den wuchernden Bäumen die Gefahr, das die großen Äste auseinanderbrechen.

 

Die abgeschnittenen Äste wurden auf verschiedene Haufen aufgepackt, damit diese später durch ein Lohnunter-nehmen rationell verladen und abtransportiert werden können. Manchen Menschen sind die Äste der Weiden noch durch ihre wirtschaftliche Verwendung bekannt. Insbesondere bei der Flechtung von Weidenkörben und als Verbindungsmaterial mit Lehm als Baumaterial für Hauswände kamen sie zum Einsatz. Heute gibt es kaum noch eine wirtschaftliche Nutzung der Weiden.

 

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide - Fotos: NABU/M. Borgolte

 

 

Nach gut zwei Stunden wurde der Arbeitseinsatz mit Erfolg beendet. Zum Abschluss gab es traditionsgemäß Bratwurst vom Grill und kühle Getränke.  Nun können die Bäume im Frühjahr wieder austreiben und liefern dann im nächsten Jahr wieder Deckung und Nahrung für viele Insekten und Vogelarten.

 

Kätzchenweiden gehören zusammen mit stäubenden Haselbüschen, Schneeglöckchen und Winterlingen zu den allerersten Frühlingsboten. Das Pollenangebot der männlichen Weiden ist für die überwinternden Insekten von entscheidender Wichtigkeit. Auch Vögel - insbesondere Meisen - verzehren im zeitigen Frühjahr die vitamin- und eiweißhaltigen Kätzchen. Die Fruchtkapseln öffnen sich ab Ende Mai und entlassen Samen mit feinen Samen-haaren. Einige hundert Insektenarten (Blattläuse, Käfer, Blattwespen, Schmetterlinge...) leben von Weiden. Neben der Honigbiene sind über 30 verschiedene, meist pollensammelnde Wildbienenarten auf einer Weide nachgewiesen. Aus diesem Grunde pflegt der NABU Springe über 100 Weiden und versucht so, das Verschwinden der Insekten aufzuhalten.

 


NABU schaltet zentrale Hotline

Im Frühjahr häufen sich jedes Jahr bei den Bürgern Fragen zu Natur und Garten, die dann vermehrt bei NABU Gruppen vor Ort, Naturschutzzentren und Regionalgeschäftsstellen des Vereins kontaktieren. Oftmals geht es um die gleichen Fragen, zum Beispiel zu Nistkästen, dem Gartenteich, Fledermäusen, Schmetterlingen, Wespennestern, zur Heckenpflanzung, Insektenhotels und Vogelfütterung. 

 

Ab sofort ist nun eine zentrale Hotline unter dem Motto "Ihr Draht zur Natur - das NABU-Gartentelefon" in Niedersachsen unter der Rufnummer 0511-911050 eingerichtet. Dort gibt es von Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr eine kostenlose allgemeine Beratung in Naturschutzfragen.


Schottergärten sind rechtswidrig

In einem Runderlass des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz werden alle Kommunen aufgefordert, das geltende Recht umzusetzen, die Gartengrundstücke zu kontrollieren sowie im Rahmen ihres pflichtgemäßen Ermessens ggf. eine Umgestaltung zu verlangen und Bußgelder zu verhängen.

 

Nach der Niedersächsischen Bauordnung, § 9, Absatz 2, sind nicht überbaute Flächen als Grünflächen zu gestalten, d.h. die Vegetation muss überwiegen. Platten, Pflaster und Schotter sind nur in geringem Maße zulässig. Die Kommune (Untere Bauaufsichtsbehörde) muss sich für die Begrünung einsetzen, denn es besteht ein öffentliches Interesse daran, wertvolle Lebensräume für die heimische Pflanzen- und Tierwelt zu schaffen, für ein ansprechendes, die Gesundheit förderndes Ortsbild zu sorgen und den Anforderungen des Klimaschutzes zu entsprechen.

 

 

Die NABU Gruppe Barsinghausen nimmt sich dieses Themas seit Jahren intensiv an. Mehr Informationen und eine Broschüre zum Thema "Vorgärten in Barsinghausen" findet man auf der Internetseite der Gruppe.


Der Biber in der Haller

Das größte europäische Nagetier (ca. 18 kg) besiedelt seit Jahren die Leine zwischen Nordstemmen und dem Maschsee in Hannover.

 

Biber leben monogam, sie können bis zu 14 Jahren alt werden und leben mit ihren max. 4 Jungen in der sog Biberburg. Der Eingang ist immer unter Wasser, oberhalb der Wasserlinie befindet sich der Wohnkessel. Biber benötigen eine Wassertiefe von mind. 80 cm. Wenn die Haller Hochwasser führt kommt der Biber regelmäßig und versucht sein eigenes Revier zu gründen. Erkennbar sind die eieruhrförmigen Bissspuren an Bäumen und die abgenagten Äste.

 

Biber ernähren sich als Vegetarier von Gräsern, Zuckerrüben ober Mais. Im Winterhalbjahr, wenn das Angebot der Natur jahreszeitlich bedingt weniger üppig ausfällt, fällen sie vor allem Weiden um Knospen und die Rinde zu fressen. Aufgrund seiner Bautätigkeit können sie auch Probleme mit der Landwirtschaft verursachen (Überflutung von Flächen, Untergrabung von Gräben).

 

Im Bereich des Ziegeunerwäldchens kann der Biber sich nach seinen Wünschen die Landschaft gestalten. Die gefällten Bäume sind als sog Totholz wertvolle Lebensräume für Pilze und Insekten und damit Futter für Fische und Vögel.

 

Mehr Informationen des NABU über den Biber in Niedersachsen und über Biber-Projekte lassen sich über die Links entdecken.

 

Frische Fraßspuren an einem Baumstamm
Biberspuren im Hallertal 1 - Foto: NABU/M. Borgolte
Stark abgenagte Baumrinde rund um einen mittelgroßen Baum
Biberspuren im Hallertal 2 - Foto: NABU/M. Borgolte
Abgenagter Ast auf dem Waldboden
Biberspuren im Hallertal 3 - Foto: NABU/M. Borgolte

Heckenpflege am Ziegeunerwäldchen, 23. November 2019

Bereits zum zweiten Male in diesem Jahr trafen sich am Samstag, den 23.11 um 9:00 Uhr Mitglieder und Gäste zur Heckenpflege östlich des Ziegeunerwäldchens. Bei trockenem Wetter wurde an mehreren Stellen die Hecken auf dem Stock gesetz, die Obstbäume freigeschnitten und einige Bäume gefällt. Die Hecke zeigte in weiten Teilen schon Alterserscheinungen (sie wird im unteren Bereich kahl), so dass wir in den nächsten Jahren immer wieder Pflegemaßnahmen durchführen müssen.

 

Am Ende des Arbeitseinsatzes erfreuten wir uns an Bratwürstchen, Salaten und kühlen Getränken. Allen Helferinnen und Helfern noch einmal ein herzliches Dankeschön!

 

Der nächste Arbeitseinsatz am Ziegeunerwäldchen findet bereits am Samstag, den 1. Februar 2020 statt.

Eine Gruppe von 14 Personen vor einer Wiese und Hecke mit Grillwürstchen und Getränken
Abschluss des Arbeitseinsatzes - Foto: NABU/M. Borgolte

Neue Nisthilfen für die Streuobstwiese „Mühlenbrink“ erhöhen die Artenvielfalt

Springe/Eldagsen – Eine Streuobstwiese bietet das gesamte Jahr über eine Vielzahl an Erlebnissen, ob bei der Pflanzung von Obstbäumen, Baumschnitt oder beim Apfelpressen, für Jung und Alt gibt es immer etwas zu tun. Nicht zuletzt aufgrund der über 5.000 Tier- und Pflanzenarten gilt es, diese naturnahe Kulturlandschaft als bedeutsamen Brut- und Lebensraum zu erhalten. Der NABU Springe hat deshalb mit der Unterstützung von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Springe und ihrem Leiter und Betreuer Sebastian Tschöpe, am Samstag, den 16.November 20 Nisthilfen für Vögel und Hornissen aus Holzbeton auf der Streuobstwiese Mühlenbrink aufgehängt. Die Maßnahme ist Bestandteil eines zweijährigen „Mitmach-Projektes“ des NABU Niedersachsen und wird von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung gefördert.

 

Mit sichtbarer Begeisterung sind die jungen Feuerwehrleute nach kurzer Einweisung ausgeschwärmt und haben die gewichtigen Nisthilfen (mit Waschbärschutz) an geeigneten Obstbäumen unter fachlicher Leitung angebracht. Eigentümer dieser Streuobstwiese sind die Niedersächsischen Landesforsten, Forstamt Saupark, die mit dem NABU-Springe die naturförderliche Nutzung dieses Areals vereinbart haben. 

 

“Streuobstwiesen mit ihren alten, knorrigen Bäumen, der Obstblüte im April und Mai und einer Vielzahl an Gräsern und Wiesenkräutern bieten Tierarten wertvolle Nahrungs-, Lebens- und Fortpflanzungsmöglichkeiten", berichtet Michael Borgolte, 2. Vorsitzender beim NABU Springe.Wenn es im Sommer in hohlen Bäumen summt und brummt, haben sich dort wahrscheinlich Hornissen eingenistet. Unsere heimische Hornisse zählt zu den besonders geschützten Arten. Ihr Nest darf weder zerstört, noch dürfen die Tiere getötet werden. Sie erfüllen so wichtige Regulationsaufgaben im Artengefüge, ähnlich den Greifvögeln und anderen ökologisch wirksamen Tiergruppen.

 

Für Hornisse und Gartenrotschwanz bietet die Streuobstwiese ein Zuhause, ihre Bestände sind aber stark zurückgegangen“, so Michael Borgolte. Da es immer weniger natürliche Baumhöhlen gibt, herrscht bei dieser Insektenart, aber auch bei Gartenrotschwanz und anderen Gefiederten, Wohnungsmangel. Fehlende Altbaumbestände auf jüngeren Streuobstwiesen, wie hier Am Mühlenbrink können durch den Einsatz von Nisthilfen überbrückt und so konkrete Artenschutzmaßnahmen geleistet werden. Insbesondere dem Verlust an Nistmöglichkeiten soll daher in dem NABU-Projekt begegnet werden. 

 

Nach einer Stunde war dank der tatkräftigen Unterstützung der Jugendfeuerwehr die Arbeit für den Naturschutz getan. Alle Beteiligten sind schon jetzt gespannt, welche Bewohner in die neuen, soliden Unterkünfte im Frühjahr einziehen werden. Dann wollen die Akteure auch gemeinsame Nistkastenkontrollen durchführen und hoffen natürlich auf erfolgreiche „Belegungsquoten“.

 

Mehr Informationen zum Projekt: NABU-Niedersachsen.de/Streuobst 

Gruppenfoto
Gruppenfoto - Foto: NABU Springe

Hubertusfest 26.-27.10.2019 im Wisentgehege Springe

Bereits zum 36. mal nahm der NABU Springe e.V. am zweitägigen Hubertusfest des Wisentgeheges Springe teil.

Neben den klassischen Themen wie Nistkastenbau und Vogelschutz wurden dieses Jahr weitere Schwerpunkte angeboten:

  • Wildbienen in Springe (mehr)
  • Springe blüht auf! (mehr)

Außerdem zeigte die NABU-Gruppe Laatzen eine Ausstellung über den Bieber und Beschäftigte des Gutes Sunder warben für die NABU Bildungsstätte.  Kinder konnten außerdem Wichtel bemalen und sich schminken lassen.

Ein großer Besuchermagnet war wieder einmal unser „Glücksrad". 

 

Zum reibungslosen Ablauf gehören aber auch eine gute Vor- und Nachbereitung. So wurden unter anderem eine Menge Nistkastenbausätze vorgefertigt, Wichtelrohlinge geschnitten und Preise besorgt. Bereits am Freitag wurden fünf große Zelte aufgebaut. Am Montag nach der Veranstaltung mussten diese getrocknet, gereinigt und wieder eingelagert werden. Die folgenden Fotos mit Eindrücken vom Stand können per Klick vergrößert werden.

 

Allen Helferinnen und Helfern ein herzliches Dankeschön!

Eindrücke vom Hubertusfest-Stand - Fotos: NABU/M.Borgolte


Neues von der Streuobstwiese in Alvesrode

Wiese mit Obstbäumen am Straßenrand
Arbeitseinsatz in Alvesrode - Foto: NABU/M. Borgolte

Arbeitseinsatz am 11 Oktober 2019

 

Die Äpfel sind geerntet worden, die Wiese erhält gerade den zweiten Schnitt.

 

Aufgrund des trockenen Sommers wuchs das Gras kaum nach. Die im Frühjahr gepflanzten Obstbäume haben den Sommer glücklicherweise ohne Schaden überstanden.

 

Im Bild: Jürgen Basler nach getaner Arbeit. Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer!  :-)


Lebensraum Kopfweide – Der NABU Springe schafft Lebensraum

Kopfweiden gehören zu unserer Kulturlandschaft und wurden in der Vergangenheit unter anderem zum Korbflechten oder Haus- und Zaunbau verwendet. Sie bieten vielen Tieren einen idealen Lebensraum und haben daher einen hohen ökologischen Wert.

 

Bei der Weide handelt es sich um einen schnell wachsenden Baum, der selten älter als 80 Jahre wird. Eine Kopfweide entsteht, wenn man den Stamm einer Weide (meistens Silber- oder Korb-Weide) ungefähr auf einer Höhe von zwei Metern kappt. In den folgenden Jahren treibt der Baum an dieser Stelle neue Äste aus und nach 5-8 Jahren muss die Kopfweide erneut geschnitten werden. Dies wird auch schneiteln genannt. Geschieht dies nicht, würde der Stamm unter der Last der schweren Äste auseinanderbrechen. Die Weidenruten wurden früher wirtschaftlich genutzt. Heutzutage finden sie eher im Gartenbau Verwendung, zum Beispiel beim Zaunbau. Durch den regelmäßigen Schnitt bildet der Baum Verdickungen aus, die für das charakteristische Aussehen verantwortlich sind. An der Schnittfläche beginnt das Holz über die Jahre zu faulen und es bilden sich Höhlen. Diese sind Lebensraum für den Steinkauz oder andere Höhlenbrüter und eine Vielzahl an Insekten und Käfern besiedeln das faulige Holz. Über die Jahre erhöht sich somit der ökologische Wert einer Kopfweide.

 

Bei Sedemünder betreut der NABU Springe eine Fläche, auf der über 70 Kopfweiden stehen. Nachdem die Weiden durch Axel Remmer geschneitelt wurden, trafen sich Michael Borgolte, Wolfram Heinemann und Sebastian Tschöpe, um die abgeschnittenen Äste von der Fläche zu entfernen und gleichzeitig als Totholzhecke an der Grundstücksgrenze aufzuschichten. Durch die Pflegemaßnahme werden die Kopfweiden erhalten und gleichzeitig neuer Lebensraum geschaffen.

Gruppenfoto an einer abgeschnittenen Kopfweide
Arbeitseinsatz an den Kopfweiden I - Foto: NABU/K. Meier
Weitwinkelbild mit etwa 15 abgeschnittenen Kopfweiden im Gegenlicht
Arbeitseinsatz an den Kopfweiden II - Foto: NABU/K. Meier

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Wisente im Wald - Foto: NABU/C. Heinrich
Wisente im Wald - Foto: NABU/C. Heinrich